Testride KTM bei Limbächer / Speer

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Der_Neue
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Testride KTM bei Limbächer / Speer

Beitrag von Der_Neue »

Am einem Donnerstag Ende Mai war es dann endlich soweit. Mein Gebutrstagsgeschenk von meinem Freund Frank konnte eingelöst werden.
KTM Testride von Limbächer / Speer war angesagt. Zum Fahren waren angetretten:

1290 Super Duke
1290 GT
1290 Super Adventure
890 Duke

Ich hatte bei allen Maschinen die diversen Einstellungen der Mappings immer auf Street, sowohl Motor als auch Fahrwerk.
Frank, er fährt selber eine Adventure 1290, hat die verschiedenen Mappings getestet und war begeistert, was bei den Maschinen geht.


Nachdem wir nur 3 Teilnehmer und der Guide waren, versprach es eine lustige Runde zu werden.
Nach der Einweisung durch einen Mitarbeiter vom Veranstalter durften wir unsere Maschinen wählen. Und da es ein Geschenk war, durfte ich auch noch anfangen.
Was soll ich sagen, vernünftig wäre es gewesen mit der 890 anzufangen... Aber wenn schon gewählt werden darf....

Bis dahin bin ich auf Dauer meine Versys 650 gefahren, eine Versys 1000 zur Probe und die Africa Twin, sowohl die "alte" mit Schaltgetriebe, als auch die neue mit DCT - aber kaum mehr als 15 Kilometer.....

Fangen wir halt gleich mal richtig mit der Super Duke an.
Erstes aufsitzen: oha, wie zu erwarten -> wir sitzen mit viel Druck richtung Vorderrad...
Ungewonnt so eine Maschine zum testen erst mal durch den Berufsverkehr zu fahren.
Einmal auch abgewürgt, der Motor mag keine Drehzahl unter 3.000 rpm. Aber man findet Gefallen daran.
Aber dritter Gang in der Stadt? Vergiss es, die Maschine schüttelt wie sonstwas, viel zu wenig Drehzahl. Beim ersten Albaufstieg war ich dann ganz froh, das wir noch etwas Verkehr hatten und unser Guide - Wolfgang - nicht gleich davonziehen konnte. Nachdem die ersten engeren Kurven dann einigermaßen anständig - von mir - gefahren waren kam auch langsam Spaß auf und die Anspannung wurde weniger.
Endlich freie Bahn und Wolfgang gibt Gas. Tja, ich auch und dachte ich steige nach hinten ab. Der Motor geht wie die Sau, anders kann man den ersten Eindruck nicht beschreiben !!
Mit der Zeit findet man auch endlich seinen Rhythmus und fängt an Spaß zu haben - aber bei erlaubtem Landstraßentempo braucht man bei der Maschine keinen sechsten Gang, die Maschine fährt sich dann etwas störrisch. Theoretisch würden bis 100 auch drei Gänge reichen..... Aber trotz allem war ich erstaunt, wie schnell man sich an das Fahren mit der Maschine gewönnt.

Als nächstes war dann die Adventure dran.
Erster eindruck auf den ersten Metern: Sitzen ist sehr viel angenehmer als auf der Super Duke.
Auch vom Fahren her hat mich die Adventure beeindruckt, hier zieht der Motor schon aus niederen Drehzahlen satt an. Nach oben immer Dampf genug im Kessel.
Im ganzen war ich von der Adventure sehr angetan. Außer bei flott angefahrenen Kurven, die man dann mal knackig anbremst.... da fing das Hinterrad dann auch mal kurz blockieren und stempeln an. Beim reinbremsen in Kurven hat das aber auch was - leicht weg von der Bremse, leicht die rechte Hand wieder drehen, mit dem Fuß die Geschwindigkeit halten, Fuß wieder weg und die rechte Hand beschleinigt die Natur.
Sowohl die Sitzposition als auch die Scheibe machen die Adventure zu einem klasse Tourenbike. Vom Motor zu schweigen, da ist immer genug Kraft vorhanden. Bis dahin absolut begeister von der Adventure, das passt einfach für mich. Wenn der Preis nicht wäre...... würde die wahrscheinlich schon in der Garage stehen. Von den Unterhaltskosten reden wir noch nicht :(

Dann war es Zeit für die GT.
Sitzposition ähnelt der Duke, aber das fahren war mit der GT für mich viel entspannter. Williger in die Kurven, weicher am Gas und flott beim rausziehen aus der Kurve.
Aber auch hier ist die Sitzposition nicht das, was mir am Motorradfahren Spaß macht. Für mich zu sehr nach vorne gebeugt, zuviel Druck auf den Handgelenken, Kniewinkel für meinen Geschmack viel zu spitz.
So im Nachinein war die GT aber im ganzen für mich angenehmer zu fahren als die Duke. Der Motor war gefühlt weicher abgestimmt, das Fahrwerk für meinen Geschmack irgendwie runder. Trotzdem wird auch die GT kein Motorrad sein, das bei mir in die Garage kommt.


Als letztes dann die 890.
Erster Eindruck beim aufsitzen: Oha, ist die klein und leicht. Beim Fahren dann immer noch das gleiche Gefühl, direkt von der GT auf die "kleine" ist schon ein Unterschied. Auch fand ich die 890 ziermlich schlank und schmal, aber durch das geringe Gewicht sehr angenehm im Handlich.
Der Motor ist aber echt klasse. Der drückt die Maschine sehr gleichmäßig aber mit viel Druck nach vorne - Kommentar von Frank: lange Rechtskurve mit 70 im 4. Gang angefahren und dann mal beherzt Gas geben, ruckzuck waren über 140 auf dem Tacho.
Sowohl vom fahren im gesamten Drehzalbereich, als auch vom Klang und der Charakteristik ist der Motor echt super zu fahren.
Wenn es jetzt nicht die Duke, sondern die 890 Adventure gewesen wäre..... Da wäre der Preis und die Unterhaltskosten bestimmt etwas passender zu meinen EInkünften......
Egal, war auch so sehr eindrucksvoll.


Fazit?
Es ist schon klasse, was KTM aus dem Motor alles gemacht hat. Ein Tourer mit Sportgenen in der Adventure, richtige Hämmer in den Super Duke´s.
Wobei solche Maschinen auf der Straße im normalen Bereich kaum ausgereizt werden können. Der Dampf der da im Kessel steckt, Respekt da geht was.
Begeistert haben mich auch die Bremsen von den Maschinen. Druckpunkt passt, wehe zu ziehst am Hebel, da weis man was mit dem Wort "ankern" gemeint ist. Außer der Hinterradbremse von der 1290 Adventure - viel zu schnell am blockieren und stempeln im Kurveneingang - Fahrtechnisch ist das gesamte Motorrad aber für mich echt der Hammer.
Trotzdem waren die Bremsen sehr gefühlvoll dosierbar.

Wolfgang als Guide hat eine tolle Runde ausgesucht, hat sich unserem Tempo angepasst und uns auch die Zeit gelassen in den Pausen über die Maschinen zu tratschen.

Empfehlenswert so was zu machen, selten hat man die Chance so unterschiedliche Maschinen direkt hintereinander zu fahren.
Unser Vorteil war ganz klar die kleine Gruppe. somit konnte jeder zwischen 30 und 50 Kilometer fahren. sowohl kleine Straßen mit vielen engen Kurven, längere Überlandstrecken um auch mal so knapp über 100 zu fahren und schnelle Kurven zu kratzen.

Viele Grüße
Jürgen
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